
Mehr als nur Traumstrände: Aktiv- und
Natururlaub in der Dominikanischen Republik Adrenalin pur in der
Dominikanischen Republik: Zahlreiche Anbieter in Jarabacoa organisieren
geführte Touren und mehrtägige Ausflüge für Anfänger und Fortgeschrittene.
Abenteuerlustige testen ihre Nerven beim Rafting und Canyoning auf dem Río
Jimenoa oder dem Río Yaque del Norte, für Trekkingfans ist der Pico Duarte
hingegen eine spannende Herausforderung. Frankfurt, im März 2008. Als
Kolumbus die zweitgrößte Karibikinsel Hispaniola zum ersten Mal erblickte
urteilte er: „das Schönste, was das menschliche Auge je gesehen hat". Heute
verkörpert die Dominikanische Republik für die meisten Europäer das Ideal
vom karibischen Badeurlaub mit Traumstränden, Palmen, Merengue-Tanz,
Cocktails und karibischer Lebensfreude. Nur wenige wissen, dass sich die
beliebte Ferieninsel für viel mehr anbietet: Mit über 30 Nationalparks
unterschiedlicher Vegetationszonen, dem höchsten Gebirge der Karibik und
jeder Menge Kulturgütern aus der Kolonialzeit eignet sich das Land
hervorragend für aktive und erlebnisreiche Ferien.
Schon Kolumbus erkannte die Vielfalt der Insel und schrieb nach
seiner ersten Entdeckungsreise über die Karibik: »Alle diese Inseln sind von
erstaunlicher Fruchtbarkeit; doch gilt dieses in ganz besonderer Weise für
Hispaniola. An ihrer Küste öffnen sich zahlreiche Häfen, viele große Flüsse
münden hier ins Meer. Das Land ist hoch gelegen und wird von zahlreichen
Gebirgsketten mit bedeutenden Erhebungen durchzogen...“ In den letzten
Jahren erkennen immer mehr Reiseanbieter das einzigartige touristische
Potential dieser landschaftlichen Vielfalt und sprechen verstärkt Natur- und
Outdoor- Urlauber an. Auf die Plätze, fertig los: Aktivurlaub in der
Dominikanischen Republik So abwechslungsreich die Landschaft in der
Dominikanischen Republik, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, dort im
Urlaub aktiv zu werden. Magnet für alle, die sich für Canyoning,
River-Rafting oder Gipfeltrekking interessieren, ist das Landesinnere mit
seinen lebhaften Flüssen, tiefen Schluchten, steilen Felsen und dem höchsten
Berg der Karibik, dem Pico Duarte mit 3.170 Metern.
Idealer Ausgangspunkt für ein- oder mehrtägige Ausflüge in die Natur ist der
Ort Jarabacoa, 600 Meter ü.d.M. gelegen, am Rande der Gebirgskette
Cordillera Central. Hier, in den Tälern und auf den Höhen der nahezu
unbesiedelten Bergkette vulkanischen Ursprungs, wird die Vielfalt der Insel
Hispaniola besonders deutlich. Statt Palmen erwarten den Besucher
Pinienwälder und Erdbeerfelder in fast mitteleuropäischem Klima. Kein
Wunder, dass die eher europäisch anmutende Bergwelt, die sich für Wander-
oder Reitausflüge anbietet, den Beinamen „Dominikanische Alpen“ trägt. Auch
Besuche spektakulärer Wasserfälle, River-Rafting oder Kajak-Ausflüge starten
von Jarabacoa aus. Wem das nicht abenteuerlich genug ist, der sollte
Canyoning ausprobieren. Der beste Ort dafür ist auf dem Río Jimenoa, einem
Nebenfluss des längsten Flusses in der Karibik. Spannend aber nicht
gefährlich sind die geführten Touren in den Gebirgsschluchten der
Dominikanischen Republik. Zum kurzen Entspannen laden die natürlichen
Wasserbuchten mit kristallklarem Wasser ein. Die komplette Ausrüstung –Neoprenanzug,
Gummischuhe und Helm – leihen Gäste direkt bei den zahlreichen Anbietern
aus. Ein Wassersportzentrum ganz anderer Art ist Cabarete an der Nordküste
der Insel. Dank seiner konstanten und nicht zu starken ganzjährigen Winde
gilt der Ort als eines der weltweit besten Wind- und Kitesurf-Reviere. Seit
2000 findet hier alljährlich der Cabarete Kiteboarding World Cup statt.
Inzwischen gibt es sogar einen speziell ausgewiesenen Kitesurfstrand, an dem
sich die Fans dieses noch relativ jungen Sports versammeln. Wer es lieber
„klassisch“ mag, kommt zum Angeln und Tiefseefischen an die Nordküste.
Vor allem von Puerto Plata aus werden Bootsausflüge für die Jagd auf
Merline, Barrakudas, Haie, Thun- oder Schwertfische angeboten. Auch Taucher
finden rund um die Insel vielfältige Möglichkeiten, ihrem Hobby nachzugehen.
Ein exzellentes Revier für Anfänger sind die flachen Riffe an der Nordküste
zwischen Costámbar und Cabarete. Vor Sosúa und westlich davon lockt zum
Beispiel das Tunnelsystem La Pirámide. Bei Río San Juan im Nordosten können
in den Monaten Februar bis April Delphine und Buckelwale beobachtet werden.
Die Costa de Coco vor Punta Cana bietet das mit 30 km längste Korallenriff
des Landes. Im Südwesten, an der Bahía de Ocoa, können Taucher inmitten der
üppigen submarinen Tier- und Pflanzenwelt sogar ein gesunkenes Flugzeugwrack
erforschen.
Am Salzsee Lago Enriquillo im
Südwesten des Landes, der nach dem berühmtesten Taino-Häuptling benannt
wurde, können amerikanische Spitzmaulkrokodile, Nashorn- Leguane und eine
der größten Flamingokolonien der Karibik beobachtet werden. Der 40 Meter
unter dem Meeresspiegel gelegene Salz-See ist zugleich die trockenste Region
der Insel, wo eine Vielzahl von Kakteen gedeihen. Er dient als
Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen. Ein weiteres Naturparadies
ist die Halbinsel Samaná mit ihren malerischen Fels- und Sandbuchten,
idyllischen Stränden unterschiedlicher Ausdehnung, markanten Riffen, und
faszinierenden Wasserfällen. Ein großes Ereignis ist der jährliche
Aufenthalt der Buckelwale, die zwischen Dezember und April die Bucht von
Samaná ansteuern. Im 208 km² großen Nationalpark Los Haitises in der Bucht
von Samaná findet der Besucher eine Fülle kleiner Süßwasserflüsse und
Mangrovenwälder, die in eine wunderschöne Korallenlandschaft münden,
glasklare Lagunen und sogar Tropfsteinhöhlen. Pelikane und andere tropische,
seltene Vögel, wie zum Beispiel der Fregattvogel, lassen sich hier
beobachten. Neben interessanten Geschichten über die Zeit, als die Höhlen
Piraten als Unterschlupf dienten, bekommen Reisende hier ein Gefühl dafür,
wie die Vegetation auf der Insel zu Zeiten von Kolumbus ausgesehen haben
muss. Die Entwicklung des Naturtourismus wird vom dominikanischen
Tourismusministerium unterstützt und gefördert. Dafür wurde 1997 eine
Unterabteilung des Ministeriums für Öko- und Naturtourismus geschaffen.
Bereits 1991 wurde mit dem CEBSE (Centro para la Conservación y
Ecodesarrollo de la Bahía de Samaná y su Entorno, zu deutsch: „Zentrum für
Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und
ihrer Umgebung“) eine gemeinnützige Organisation gegründet, um die Erhaltung
und die nachhaltige Nutzung der natürlichen und kulturellen Ressourcen in
der Region zu fördern. CEBSE hat dabei die Aufgabe, alle am Tourismus
Beteiligten in umwelt-relevanten Frage zu beraten und in die Planung mit
einzubeziehen. Weiterhin fördert CEBSE die Gründung regionaler oder
thematischer Organisationen. So wurden unter anderem zum Schutz des
Wasserfalls Salto del Limón und des Lago Enriquillo sowie zur Kontrolle der
alljährlichen Walbeobachtung eigenständige Naturschutz-Organisationen
gegründet.
Ausblick: Aufbruch ins Natur-Paradies
Nicht nur das Tourismusministerium der Dominikanischen Republik hat das
Potential für Aktiv- und Natururlaub auf der Karibikinsel erkannt. Bislang
galten diese Reiseformen hauptsächlich als Markt für Spezialisten und
Nischenanbieter. Ab sofort wollen aber auch die großen deutschen
Reiseveranstalter ihren Kunden mehr als nur Sonne, Palmen und Strand bieten.
LTU Touristik zum Beispiel hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt
INVENT TOURISMUS des Bundesministeriums für Bildung und Forschung neue
Angebote entwickelt. Darunter eine zweiwöchige Entdeckerreise in der
Wintersaison 2006/2007, bei der sich Tagesausflüge und Ruhetage abwechseln.
Die Teilnehmer übernachten ausschließlich in Hotels, die bereits heute
gehobene Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Auch Neckermann Reisen bietet
mit der fünftägigen Rundreise "Dominican Highlights ab Punta Cana"
seinen Kunden die Möglichkeit, Highlights wie Jarabacoa oder den
Nationalpark Los Haitises im Rahmen einer Pauschalreise kennen zu lernen.
Aber auch für Individual-Touristen möchte die Dominikanische Republik
attraktiver werden. Petra Cruz, Direktorin des Fremdenverkehrsamtes in
Frankfurt, ist sich sicher, dass die Regierungs-Pläne zur Verbesserung der
Infrastruktur dazu führen werden, dass spätestens ab 2008 immer mehr
Besucher auf eigene Faust losziehen. Zur Zeit investiert die Dominikanische
Republik 700 Millionen Euro in diesen Bereich. »Die Gäste sollen alleine mit
dem Mietwagen durch das Land reisen können, wie auf einer Mittelmeerinsel«,
so Cruz.
Quelle: offizielle Seite des dominikanischen
Tourismusministeriums